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Merino köpft Spanien ins Viertelfinale, Portugal fliegt raus

In Arlington entscheidet Joker Mikel Merino das Achtelfinale in der Nachspielzeit. Spanien schlägt Portugal mit 1:0, bleibt zum fünften Mal ohne Gegentor und marschiert weiter.

Es dauerte bis tief in die Nachspielzeit, dann brach der spanische Deckel doch noch auf. In Arlington, Texas, köpfte Mikel Merino die Furia Roja in der ersten Minute der zweiten Nachspielzeit (90.+1) ins Viertelfinale der WM 2026. 1:0 gegen Portugal, ein Ergebnis, das exakt zu diesem Turnier passt.

Der Treffer trug die Handschrift der Joker. Rodri, das Metronom im spanischen Mittelfeld, leitete den entscheidenden Angriff ein und schickte den eingewechselten Ferran Torres auf die Reise. Dessen Hereingabe drückte Merino, ebenfalls von der Bank gekommen, per Kopf über die Linie. Kompromisslos, im richtigen Moment, mit dem ersten wirklich zwingenden Abschluss der zweiten Halbzeit. Zwei Einwechselspieler und ein Zuspiel aus der Zentrale, mehr war nicht nötig.

Es war die späte Belohnung für eine Mannschaft, die dieses Turnier auf ihre eigene, geduldige Art bestreitet. Spanien steht im Viertelfinale, ohne in fünf Spielen auch nur ein einziges Gegentor kassiert zu haben. Fünf Partien, fünf weiße Westen. Diese Elf verteidigt diszipliniert, verschiebt kompakt und schlägt erst dann zu, wenn der Gegner müde wird. Spektakel im klassischen Sinn ist das nicht immer, brutal effektiv dafür umso mehr.

Auf der anderen Seite stand ein tragischer Hauptdarsteller. Für Cristiano Ronaldo war es das letzte WM-Spiel seiner Laufbahn, und die spanische Abwehr ließ ihn schlicht verhungern. 19 Ballkontakte, drei Abschlüsse, sonst blieb von Portugals Kapitän wenig übrig. Er irrte über den Rasen, ohne je in die gefährlichen Zonen vorzustoßen, weil ihn niemand mit brauchbaren Bällen fütterte. Die Kamera fing ihn danach minutenlang ein, einen 41-Jährigen, der die ganz große Bühne für immer verlässt.

Portugal warf in der Schlussphase alles nach vorn, doch das spanische Bollwerk hielt. Die Selecao rannte an, fand aber keine Lücke in einem Abwehrverbund, der in diesem Sommer wie in Stein gemeißelt wirkt. Am Ende fehlte der letzte Pass, die letzte Idee, das letzte Quäntchen Glück.

Für Spanien geht es nun am Freitag weiter. Im Viertelfinale wartet Belgien, gespielt wird im SoFi Stadium in Los Angeles. Wer die Furia Roja aus dem Turnier werfen will, muss zuerst dieses Tor knacken, und das ist bei dieser WM bislang noch keinem gelungen. Für die Spanier heißt das: erneut hinten dichtmachen und auf den einen Moment lauern.

Merino wird diesen Kopfball so schnell nicht vergessen. Spanien marschiert weiter, leise vielleicht, aber bisher unaufhaltsam.

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