Ronaldo schreibt Geschichte: Erster Spieler mit Toren bei sechs Weltmeisterschaften
Beim 5:0 gegen Usbekistan trifft Cristiano Ronaldo doppelt und wird mit 41 Jahren zum ersten Mann, der bei sechs verschiedenen WM-Turnieren trifft.
Veröffentlicht: 28.6.2026
In der 6. Minute seines sechsten WM-Turniers brauchte Cristiano Ronaldo am Dienstagabend in Houston nur einen Augenblick, um eine Bestmarke zu setzen, die vor ihm kein Spieler erreicht hatte. Mit dem Führungstreffer beim 5:0 gegen Usbekistan wurde der 41-Jährige zum ersten Mann der Geschichte, der bei sechs verschiedenen Weltmeisterschaften trifft: 2006, 2010, 2014, 2018, 2022 und nun 2026.
Sechs Turniere, eine Bestmarke für die Ewigkeit
Vor diesem Abend im NRG Stadium teilten sich Ronaldo und Lionel Messi den Rekord von Toren bei fünf Weltmeisterschaften. Messi war zwar bei sechs Turnieren dabei, blieb aber 2010 unter Diego Maradona ohne eigenen Treffer, sodass seine Torserie fünf Endrunden umfasst. Ronaldo zog am Dienstag allein an die Spitze, vor 68.777 Zuschauern in Texas und gegen einen Gegner, der zum ersten Mal überhaupt bei einer WM antrat.
Es blieb nicht bei einem Tor. Noch vor der Pause legte Ronaldo nach, laut ESPN in der 39. Minute. Es waren seine WM-Tore Nummer 9 und 10, mit denen er Eusebio und dessen neun Treffer als besten WM-Torschützen Portugals ablöste. Ein Name, der seit der Endrunde 1966 in den portugiesischen Geschichtsbüchern stand, weicht damit dem Mann, der das Land seit fast zwei Jahrzehnten anführt.
Mit 41 Jahren immer noch nicht satt
Die Zahlen rund um diesen Doppelpack lesen sich wie aus einer anderen Zeit. Mit 41 Jahren und 138 Tagen wurde Ronaldo zum ältesten Spieler, der bei einer Weltmeisterschaft zwei Tore in einem Spiel erzielt. Nur Roger Milla, der 1994 mit 42 Jahren und 39 Tagen traf, war als WM-Torschütze je älter. Der Doppelpack hob Ronaldos Bilanz im A-Nationaltrikot auf 144 bis 145 Treffer, je nach Quelle, und damit auf den einsamen Rekordwert im Männerfußball. Es war sein 24. Einsatz bei einer Weltmeisterschaft für Portugal.
"Ich bin sehr glücklich, die Mannschaft hat wirklich gut gespielt und sich stark verbessert", sagte Ronaldo nach dem Schlusspfiff. "Persönlich sind Rekorde natürlich schön, aber mein Ziel ist immer, der Nationalmannschaft zu helfen, ihre Vorgaben zu erreichen."
Ein Schützenfest, an dem alle mitwirkten
Ronaldo lieferte die Schlagzeile, das Ergebnis war Teamarbeit. Linksverteidiger Nuno Mendes erhöhte in der Anfangsphase, ein Eigentor von Abduvokhid Nematov sorgte für den vierten Treffer, ehe Rafael Leao in der 87. Minute den Schlusspunkt setzte. Die Elf von Trainer Roberto Martinez kontrollierte das Spiel von der ersten Minute an und ließ dem WM-Debütanten Usbekistan keine Chance, sich überhaupt in die Partie zu kämpfen.
Gruppe K: Platz eins weg, Ziel erreicht
So souverän der Abend gegen Usbekistan verlief, der Gruppensieg blieb Portugal am Ende verwehrt. In der Endabrechnung der Gruppe K stand Kolumbien mit 7 Punkten ganz oben, Portugal folgte mit 5 Zählern als Zweiter. Die DR Kongo zog mit 4 Punkten als einer der besten Gruppendritten weiter, während Usbekistan nach drei Niederlagen punktlos ausschied.
Portugals Bilanz: ein 1:1 gegen die DR Kongo zum Auftakt, das 5:0 gegen Usbekistan und zum Abschluss ein torloses 0:0 gegen Kolumbien in Miami, das den ersten Rang kostete. Der Sieg der DR Kongo gegen Usbekistan sicherte den Kongolesen am Ende Platz drei und das Weiterkommen. Für Portugal heißt das: der schwerere Weg durch das K.-o.-Tableau, schon ab der ersten Runde.
Was als Nächstes kommt
In der Runde der letzten 32 wartet auf Portugal Kroatien, angesetzt für Anfang Juli als Partie 83 im Bracket. Sollte das Team von Martinez weiterkommen, droht im Achtelfinale ein Duell mit Spanien, das bereits als möglicher Gegner markiert ist. Aus einem 5:0 gegen einen Neuling wird also schnell ernst.
Für Ronaldo geht es nach dem historischen Abend von Houston genau so weiter, wie er es haben will. Der Rekord ist gesetzt, das Turnier aber noch lange nicht entschieden. Mit 41 Jahren schreibt er weiter an einer WM-Geschichte, die längst nur noch ihm gehört, und richtet den Blick schon auf das nächste K.-o.-Spiel. Wer ihn beim Stand von 0:0 in der 6. Minute auf der Bank vermutet hatte, weiß es seit Houston besser.